Von den massiven Stosszähnen des riesigen Tetsucabra trieft Schaum und das Biest atmet schwer. Es scheint am Ende seiner Kräfte, deshalb heißt es jetzt besonders vorsichtig sein. In einem verzweifelten Versuch den Jäger doch noch auszuschalten, bohrt sich der massive Kiefer des Untiers in die Erde. Mühelos zieht er einen großen Felsen aus dem Boden und springt blitzschnell mit dem Brocken im Maul auf den Jäger zu.

Auch dieser kann sich vor Erschöpfung kaum mehr auf den Beinen halten. In letzter Sekunde hechtet er unter dem heranspringenden Biest zur Seite und der überdimensionale Felsen zerschellt wenige Zentimeter neben ihm in tausend Teile. Die Druckwelle erfasst den Jäger im Sprung und schleudert ihn hilflos mehrere Meter weiter, wo er sich benommen aufzurichten versucht. Der gepanzerte Riesenfrosch stürmt bereits wieder in rasender Wut heran…


Die Jagdsaison ist eröffnet

Am 15.7.16 erschien endlich auch hierzulande Monster Hunter Generations auf dem 3DS. In Japan gibt es das Spiel zwar bereits seit November letzten Jahres, dennoch hat es diesmal ungewöhnlich schnell seinen Weg in den Westen gefunden. Der Vorgänger kam noch mit einer Verspätung von fast eineinhalb Jahren nach Europa.

Capcoms langlebige Multiplayer-Jagd hatte über viele Jahre einen schweren Stand bei uns. In Japan ist die Reihe ein Massenphänomen, das im Alleingang den Fortbestand der Konsole sichern kann, auf der es erscheint (vorausgesetzt, es handelt sich dabei um ein Handheld). Bei uns sind viele Teile gar nicht erst erschienen und die wenigen Ausnahmen fristeten jahrelang ein trauriges Nischendasein. Seit dem exzellenten vierten Teil hat sich das zum Glück geändert. Grund genug, um der phantastischen Reihe und besonders dem aktuellen Teil hier einen Beitrag zu widmen. Neben allgemeinen Infos und meiner Meinung zum Spiel habe ich hier auch ein paar Tipps für Anfänger zusammengetragen. Denn noch immer spielen die wenigsten Westler das tolle Jagdspiel aus Fernost. Das liegt sicher auch daran, dass Monster Hunter oft recht kryptisch und undurchsichtig daherkommt. Mit meinem Jäger-Allmanach hoffe ich, den Einstieg ein wenig zu erleichtern.


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Ursprünge und Seriengeschichte

2004 erscheint Monster Hunter für die Playstation2 in Japan als Teil einer Online-Multiplayer-Offensive des japanischen Software-Herstellers Capcom. Zusammen mit Auto Modellista und Resident Evil Outbreak ist es eine Art Testballon für das Traditionsunternehmen, mit dem es sich auf dem neuen Markt etablieren möchte. Schon der erste Teil verkauft über eine Million Kopien. Der Durchbruch gelingt der Reihe jedoch erst mit der Erweiterung Monster Hunter G. Das verdankt der Titel allerdings weniger den vielen neuen Quests, Gegnern oder Ausrüstungsgegenständen, als vielmehr der Portierung auf Sonys Handheld PSP.

Denn erst tragbar wird Monster Hunter zum sozialen Phänomen in seinem Heimatland. Plötzlich jagt ganz Japan übergroße Bestien im Verbund. In der Schule, in Bus und Bahn, im Restaurant – überall schließen sich Jäger mit ihren Handhelds zu Gruppen von bis zu vier Spielern zusammen und verarbeiten Klauen und Zähne zu Schwertern und Helmen. Zu PSP-Zeiten geht der Hype so weit, dass japanische Schulen vor dem Erscheinen neuer Serienteile Briefe an die Eltern schreiben: Sowohl Playstation Portable als auch das Spielmüssen unbedingt zu Hause bleiben! Das Resultat: Nicht nur die Handhelds, sondern auch die Besitzer bleiben daheim.

Auch in Deutschland erscheint der erste Teil stationär und mobil. Leider kann er lediglich eine sehr kleine Fanbase etablieren. Auch die Nachfolger auf der PSP (Monster Hunter Freedom 2 und Freedom Unite) können daran nichts ändern. Den nächsten Versuch wagt Capcom in Europa mit Monster Hunter Tri auf der Wii. Auch den massiv erweiterten Nachfolger mit dem Namenszusatz Ultimate bringen die Japaner uns hierzulande auf den 3DS und die WiiU. Doch der kommerzielle Erfolg lässt weiter auf sich warten.

Teil 4 erscheint exklusiv für den 3DS und begeistert wie bereits erwähnt auch endlich die trägen Europäer. Mit weltweit über 4 Millionen verkauften Kopien ist es das siebterfolgreichste Capcom-Spiel und das zweiterfolgreichste Monster Hunter nach Monster Hunter Freedom 3. Diesem Blockbuster haben wir es auch zu verdanken, dass wir bei Monster Hunter Generations zum ersten Mal seit dem Wechsel der Reihe auf den 3DS nicht mit der erweiterten Ultimate-Version starten, sondern das „Original“ spielen dürfen.


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Worum geht es eigentlich?

Die Story ist seit dem ersten Teil Nebensache. Der Spieler reist als angehender Jäger in ein kleines, mehr oder weniger urzeitliches Dorf, für das er fortan verschiedene Jagdaufgaben erledigt. Durch das Sammeln einer Vielzahl von Kräutern, Pilzen und Insekten und deren Weiterverarbeitung und Kombination erfüllt er überdies Wünsche der Dorfbewohner und stellt unterstützende Items für die Jagd her. Offline stehen ihm bei der Jagd bis zu zwei KI-gesteuerte Katzen (ja, wirklich!) zur Seite, die aktiv mitkämpfen und allerlei Buffs bewirken.

Parallel zur Single-Player-Kampagne gibt es den Multiplayer, der an einem anderen Ort (große Stadt, Hafen etc.) angesiedelt ist. Hier treffen sich bis zu vier Jäger im lokalen oder Online-Koop um noch fiesere Biester zu besiegen. Dieser Modus ist der Kern des Spiels, auf den das Solo-Spiel vorbereitet

Die Jagd ist on- und offline das zentrale Element der Reihe. Meist urzeitlich angehauchte Monster in allen Farben, Formen und Größen müssen erlegt und ausgenommen werden. Die so gewonnenen Rohstoffe werden dann zu Waffen und Rüstungen weiterverarbeitet, die die Jagd auf noch größere Gegner ermöglichen. Anders als in einem RPG kann der Spieler seine Figur nämlich nicht aufleveln oder neue Fähigkeiten erlernen (Ausnahme: Die neuen Hunter Arts, doch dazu später mehr). Einzig die angelegte Ausrüstung kann die Statuswerte verbessern. Dies startet einen endlosen Loop aus dem permanenten Aufrüsten der Spielfigur und dem Erlegen immer monströserer Bestien, der unfassbar süchtig macht.

Die oft riesigen Monster überzeugen durch geschmeidige Animationen, individuelle und originelle Attacken und zahllose Details. Die aus ihnen gewonnene Ausrüstung steht dem in nichts nach und spiegelt den Charakter des „Ausgangsmaterials“ perfekt wieder. Nebenbei aktivieren vollständige Rüstungssets mächtige Fähigkeiten, welche das Spielgefühl vollständig verändern können. Deshalb ist die Jagd auf bessere Ausrüstung extrem motivierend, auch wenn der Loot nach einem Sieg leider so knapp ausfällt, dass stets mehrere Runden für eine komplette Rüstung nötig sind.


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Kleiner Jagd-Almanach

Monster Hunter ist trotz der simplen Thematik äußerst komplex. Außerdem erklärt es seine raffinierten Mechaniken leider nur sehr schlecht, weshalb viele Neulinge oft nach kurzer Zeit die Lust verlieren. Teil 4 war in diesem Bereich eine löbliche Ausnahme. Generations macht in der Einsteigerfreundlichkeit leider wieder einen Schritt zurück. Für alle, die neu in der Serie sind versuche ich mich daher hier an einer kleinen Einführung. Mit Sicherheit ist diese weder vollständig noch fehlerfrei, daher freue ich mich über Berichtigung in den Kommentaren.


Quests

Insgesamt existieren eigentlich nur drei verschiedene Questtypen: „Jage ein oder mehrere Exemplare von Monster X“, „Fange Monster Y“ oder „sammle eine gewisse Anzahl eines bestimmten Items“. Zusätzlich gibt es meist optionale Zusatzaufgaben, die etwas vielfältiger als die Hauptaufgaben ausfallen (z.B. „Wirf das Monster um“,  „Schlag ihm den Schwanz ab“ etc.). Für alle Quests gibt es ein Zeitlimit von 50 min, dass aber eigentlich nie zum Problem wird. Außerdem darf man bis zu zweimal ohnmächtig werden. Das passiert, wenn man die gesamte Lebensenergie verliert.

Typ 1 – Jage ein oder mehrere Exemplare von Monster X:

Findet und erledigt das gesuchte Monster in der entsprechenden Anzahl. Größere Monster könnt ihr auch fangen um die Quest erfolgreich abzuschließen.

Typ 2 – Fange Monster Y

Diese Quests kann man ausschließlich bestehen, wenn man ein Monster zunächst im Kampf schwächt und es dann in einer Falle einfängt (Wie das geht, verrate ich unter dem Punkt „Monster lesen ist Trumpf“). Vorsicht: Verpasst man diesen Moment und bringt das Monster versehentlich um, ist die Quest gescheitert.

Typ 3 – Sammle eine gewisse Anzahl eines bestimmten Items

Sammelquests erfordern das Aufstöbern der gewünschten Items in der erforderlichen Anzahl. Bringt sie dann zur roten Truhe am Eingang des Levels. Manchmal handelt es sich dabei um Pilze oder Pflanzen, die man in den Jagdgebieten findet. Oft geht es aber auch um Körperteile bestimmter Standardgegner oder den Tatzenpass. Dieser Zettel liegt entweder von Anfang an in der blauen Truhe am Leveleingang (bei den sog. Erntetouren), oder erscheint in ihr nach der Erfüllung bestimmter Vorraussetzungen. In den Jagdmaratons gilt es z.B., mindestens eine bestimmte Anzahl eines großen Monsters zu besiegen, bevor der Pass an die Truhe geliefert wird.


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Vorbereitung ist alles!

Sorgfältige Vorbereitung ist unerlässlich für die Erfüllung dieser Aufgaben. Auf niedrigeren Stufen liegen oft noch alle wichtigen Items für die Bewältigung der jeweiligen Aufgabe in den blauen Truhen am Start des Jagdgebietes. Auf höheren Leveln muss man sich selbst entsprechend ausrüsten.

Die wichtigsten Items

Der Spieler kann nur eine begrenzte Anzahl an Items mit sich führen, und diese wollen je nach Aufgabe weise gewählt werden. Heilitems sind unerlässlich. Potions und in schwereren Quests auch Mega Potions sollte man immer dabei haben. Natürlich kann man sie im Shop kaufen. Wer aber Geld sparen will, sammelt die erforderlichen Bestandteile und kombiniert sie im Menü oder an den Truhen in den Dörfern einfach selbst. Hier die erforderlichen Zutaten:

  • Trank = Blaupilz + Kraut
  • Megatrank = Trank + Honig

All das findet sich in nahezu jedem Gebiet an Kräuterbüschen, kleinen Pilzgrüppchen und Bienenstöcken.

Direkt unter der Energieleiste prangt ein weiterer Balken, den man ebenfalls versorgen muss. Dieser ist für die Ausdauer und leert sich durch Rennen, Rollen und bestimmte Moves. Ist er leer, sind für einige Zeit keine schnellen Manöver mehr möglich. Im Kampf kann das tödlich sein. Zwar füllt der Balken sich danach auch wieder automatisch, aber mit der Zeit verkürzt er sich dauerhaft und kann nur durch Nahrungsaufnahme zurück auf die maximale Länge gebracht werden. Von Standardgegnern wie Larinoths (die riesigen, trägen Dinosaurier) in der ersten Stage Jura Grenzland bekommt man rohes Fleisch. Grillt man das mit dem Grillspieß, erhält man Blutige oder Gebratene Steaks, die die Ausdauerleiste wieder erweitern. Den Spieß könnt ihr im Dorfladen kaufen.

Grundausrüstung

Hier eine Liste der Dinge, die man auf jede Anfänger-Quest mitnehnen sollte:

  • 10 x Trank (= Blaupilz + Kraut)
  • 1 x Grillspieß (kaufen!): Zum Braten von Fleisch, ruhig auch auf Vorrat
  • 5 x Gebratenes Steak
  • 5x Eisenspitzhacke (Rätselknochen + Eisenerz): Zum Abbauen von Erz
  • 5 x Käfernetz (Efeu + Monsterknochen S): Zum Fangen von Insekten
  • 5 x Wetzstein (kaufen – nur als Schwertkämpfer zum Nachschleifen der Waffe nötig)
  • Munition für Schusswaffen (kaufen oder kombinieren – nur für Schützen notwendig)

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Zusatzitems für besondere Gebiete

Es empfiehlt sich außerdem, vor dem Aufbruch das Jagdgebiet zu checken: In Schnee und Eis wird die Ausdauer noch schneller weniger und in heißen Gegenden verliert man sogar nach und nach Lebensenergie. Beidem lässt sich durch entsprechende Tränke entgegen wirken. In den heißen Dünen hilft ein Kaltgetränk, im eiskalten Schneegebirge ein Heißgetränk. Nehmt je nach Level am besten drei Stück mit. Zwei weitere findet ihr außer bei Erntetouren immer in der blauen Truhe.

  • 3 x Kaltgetränk = Eiskristall + Bitterkäfer
  • 3 x Heißgetränk = Pfefferschote + Bitterkäfer

Zusatzitem für Sammelquests

Kein Muss, aber sehr praktisch bei Sammelaufgaben ist der Teleporter. Habt ihr nämlich alle nötigen Items beisammen, müsst ihr wieder zurück zur Truhe laufen. Der Teleporter bringt Euch von jedem Punkt der Karte sofort zurück zum Start.

  • 1 x Teleporter = Bombengehäuse + Reizpilz
  • Bombengehäuse = Stein + Harzpflanze

Zusatzitems für Fangquests

Lautet Eure Mission ein Monster zu fangen, nehmt Fallen und Beruhigungsbomben mit. Zwar finden sich diese Items oft ebenfalls in der blauen Truhe, aber mit den darin enthaltenen Ressourcen habt ihr nur einen Versuch. Befreit sich das Monster, ist die Mission meist gelaufen. sorgt daher entsprechend vor.

  • 1 x Schockfalle = Fallengerät + Donnerkäfer
  • 1 x Fallgrube = Fallengerät + Netz
  • Netz = Spinnennetz + Efeu (auch bei Neko erhältlich)
  • 6 x Beruhigungsbombe = Bombengehäuse + Betäubungsmittel
  • Betäubungsmittel = Lähmpilz + Schlafkraut (auch im Dorfladen erhältlich)

Nicht zuletzt sollte man sich vor jedem Aufbruch im Dorf mit einem stärkenden Mahl auf die anstehende Jagd vorbereiten. Das bewirkt nicht nur temporärere positive Statusveränderungen, sondern erweitert sogar die maximale Lebensenergie und Ausdauer.


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Das Monster aufspüren

1. Wo ist der Feind?

Für normale Jagdmissionen gilt es zuerst, das Biest aufzustöbern. Jedes Monster hat individuelle Reviere. Kennt man diese nicht, muss man entweder mühsam suchen, oder eine der folgenden Optionen nutzen:

  • Psychoserum, dass man bei Neco auf der Palico Ranch erwerben kann zeigt für kurze Zeit das Zielmonster auf der Karte an.
  • Skills, wie Vision, welche leider erst spät im Spiel durch spezielle Rüstungen oder Talismane verfügbar sind, haben denselben Effekt, allerdings dauerhaft
  • Manchmal patrouilliert über den Gebieten ein Heißluftballon. Seht ihn an und wählt im Menü Gesten > Winken. Dann erscheint kurz auf der Karte das Monster

2. Wie verliere ich mein Ziel nicht wieder aus den Augen?

Markiert man einmal entdeckte Bestien mit einem Farbball, werden sie für einige Zeit auf der Karte angezeigt:

  • Farbball = Bombengehäuse + Farbbeere; liegt am Anfang in fast jeder blauen Truhe

Das ist wichtig, denn im Laufe der langen Kämpfe wechseln Sie immer wieder das Gebiet oder versuchen sogar, zu fliehen. Besonders fliegende Gegner verliert man so schnell aus den Augen. Da die Wirkung des Balls begrenzt ist empfiehlt es sich, ihn zu erneuern, wenn der Kampf sich zieht.


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Das Monster bekämpfen

1. Welche Waffe ist die richtige?

Jetzt beginnt der Kampf. Insgesamt stehen 14 verschiedene Waffen zur Wahl, die sich sehr unterschiedlich spielen. Das Repertoire reicht von Distanzwaffen wie Pfeil und Bogen oder Bogengewehren, bis hin zu Nahkampfwaffen wie Schwert und Schild oder Lanzen. Außerdem gibt es einige ungewöhnliche Eigenkreationen der Reihe wie die transformierende Morph Axt oder die Insektenglefe.

Auch die jeweilige Waffe will im Kampf gepflegt werden. Klingenwaffen verlieren mit der Zeit an Schärfe und müssen regelmäßig mit Wetzsteinen nachgeschliffen werden. Für Schusswaffen gibt es eine Vielzahl von Projektilen, einige davon mit Statusveränderungen, von denen man nicht nur ausreichend viele mitbringen sollte, sondern die man auch den individuellen Schwächen des Gegners entsprechend weise wählen muss.

Gekämpft wird in Echtzeit: Nahkampfwaffen bieten zahlreiche Kombos und Spezialschläge, Schusswaffen müssen je nach Magazingröße nachgeladen werden und haben ebenfalls vereinzeilt Nahkampfattacken und Spezialschüsse. Spezielle Waffen wie die Energieklinge haben gar zwei verschiedene Formen, zwischen denen man im Kampf wechseln kann. Hier hilft nur experimentieren je nach persönlicher Präferenz.

  • Ich empfehle Anfängern keine Schusswaffen, da diese kompliziert zu handeln sind, erst im Multiplayer ihr volles Potential entfalten und im Solospiel frustrieren können.
  • Auch schwere und komplizierte Waffen können zunächst überfordern. Gute Waffen für den Start sind Schwert und Schild, Zwillingsklingen oder Langschwert.

2. Wie wird gekämpft?

An den langen und harten Gefechten gegen riesige Monster und der Waffensteuerung scheiden sich die Geister. Denn bei Monster Hunter gibt es keine Zielhilfe. Der Jäger schlägt in Blickrichtung, egal ob seine Beute dort noch steht oder eben nicht. Bei kleinen, leichten Waffen wie Schwert und Schild oder den Dual Blades ist das auch nicht weiter schlimm: Verfehlt man sein Ziel, richtet man sich schnell neu aus und attackiert noch mal (dafür richten diese Waffen aber auch nicht so viel Schaden an). Große und schwere Waffen wie das Großschwert oder die Switchaxe haben jedoch eine lange Ausholphase. Und sind sie einmal zu Boden gesaust, dauert es eine gewisse Zeit, bis der Jäger sie wieder angehoben hat.

Viele Neulinge kritisieren das als unzeitgemäß und träge. Veteranen loben hingegen das Gefühl jeden Treffer selbst herbeizuführen. Ich persönlich schätze die taktische Komponente, die dadurch ins Spiel kommt.

  • Ein Hieb will wohl überlegt sein und planloses Buttonmashing führt zu Lücken, die die Biester gnadenlos ausnutzen.
  • Am besten beobachtet man jedes neue Monster eine Zeit lang. Hat man ein Gefühl für ihre Attacken entwickelt, kann man gezielt Pausen in ihren Angriffsserien abpassen. Dann schlägt man zu.
  • Außerdem gibt es bereits seit der Ultimate-Version von Teil 3 die praktische Zielkamera. Hat man ein Monster aufgeschaltet genügt ein Druck auf die L-Taste, um die Kamera darauf auszurichten. Allerdings bleibt auch so das Monster nicht dauerhaft im Fokus.

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3. Das Gelände nutzen

Teil vier hat der Reihe Angriffe von oben gebracht. Steht ein Monster unterhalb von erhöhtem Terrain, kann man sich mit dem richtigen Timing von oben auf den Feind stürzen. Erwischt man ihn dabei besonders hart, reißt der Jäger ihn zu Boden, klettert auf seinen Rücken und kann ihn in einer Art Rodeo-Minigame erneut zu Fall bringen. Danach bleibt er sekundenlang hilflos zappelnd am Boden und man kann in Ruhe verwundbare Stellen attackieren, weshalb diese Aktion enerlässlich sein kann.

  • Wann immer sich die Chance bitet, sollte man den Gegner aus der Luft attackieren
  • Mit der Insect Glaive funktioniert es sogar ganz ohne Geländevorteil. Der Kampfstab katapultiert den Jäger jederzeit senkrecht in die Luft.
  • Auch der Jagdstil Aerial macht erhöhtes Terrain für Angriffe von oben überflüssig. Mehr dazu folgt in der Sektion über die Hunting Styles.

4. Monster lesen ist Trumpf

Es empfiehlt sich, die Bestien stets ganz genau im Auge zu behalten. Denn ihre Mimik und Gestik birgt viele Hinweise auf ihren aktuellen Zustand oder auch geplante Attacken. Besonders wichtig ist ihre Verfassung, wenn man das Monster fangen muss (Siehe Punkt 7: Fallen stellen).

Nach endlosen Angriffsserien atmen Monster schwer und halten immer wieder kurz inne, um sich zu erholen. Neigt sich ihre Energie dem Ende zu, unternehmen Sie Fluchtversuche oder kehren sogar in ihre Nester zurück, um zu schlafen. Wartet man dann zu lange, kann es sein, dass sie sich wieder erholen.

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5. Wut

Besonders intensiv werden die Gefechte, wenn die Bestien zornig sind. Mit zunehmender Dauer eines Kampfes, aber auch nach langen Kombos des Jägers mit erfolgloser Gegenwehr, verfällt das Monster in ohrenbetäubendes Gebrüll. Danach ist es für einige Zeit schneller und aggressiver. Manche Biester ändern in diesen Wutphasen auch ihr Äußeres und haben neue Attacken.

6. Gezielt zuschlagen

Jede Bestie hat Körperteile, die durch gezielte Attacken abgetrennt oder zerstört werden können. Häufig lässt sich der Schwanz abtrennen, oft sind Verwundungen am Kopf oder an den Extremitäten möglich. Gelingt dieses teils sehr schwierige Unterfangen, winken besondere Ressourcen, die anders nicht zu bekommen sind. Danach sind viele Monster unbalanciert und stürzen häufiger. Vereinzelt können sie sogar bestimmte Attacken nicht mehr ausführen.

7. Fallen stellen

Auch jenseits von Fangquests kann es sinnvoll sein den Gegner in eine Falle zu locken. Dann erhält man noch mehr Ressourcen.

  • Der richtige Moment für eine Falle ist genau dann, wenn das Monster in ein anderes Gebiet flieht und dabei deutlich sichtbar humpelt.
  • Am besten wartet man, bis es sich schlafen legt.
  • Da es das nur tut, wenn niemand in der Nähe ist empfiehlt es sich,  im Gebiet aus dem es geflohen ist abzuwarten. Hat man das Monster mit einem Farbball markiert, kann man auf der Karte beobachten, ob der Punkt sich noch bewegt. Verbleibt er längere Zeit regungslos, kann man dem Monster folgen.
  • Jetzt legt man die Falle direkt unter dem schlafenden Biest. Hat man sie geschickt platziert, fällt es automatisch hinein.
  • Jetzt noch zwei Tranquilizerbombs werfen und der Kampf ist vorbei.

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Rüstungen

Muss man sich im Kampf ständig heilen, oder erleidet sogar eine Niederlage, ist es oft Zeit für ein Rüstungs-Upgrade. Am Anfang genügt es noch, sich lediglich auf den Verteidungswert zu konzentrieren und Elementstärken oder -schwächen außer Acht zu lassen.

Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Wenn der ursprüngliche Verteidigungswert der angelegten Rüstung nicht sehr viel niedriger ist als der von anderen aktuell verfügbaren reicht es das aktuelle Modell mit Armor Spheres und Ressourcen des jeweiligen Monsters zu verstärken. Das geht beim Schmied mit der Option Upgrade Equipment.

Trägt man die Rüstung schon länger und hat erheblich stärkere Modelle zur Verfügung, sollte man wechseln. Für Low Rank Quests ist es nicht so schlimm, verschiedene Rüstungsteile mit hohem Defense-Wert zu mischen. Der Nachteil ist dann allerdings, dass man keine Skills aktivieren kann.

Wie funktionieren Skills?

Das Skill-System ist eigentlich sehr simpel. Jedes Rüstungsteil hat verschiedene Werte für Verteidigung und Elementresistenzen oder -schwächen. Daneben hat jedes Teil Skillpoints für eine oder mehrere Skills.

Diese Fähigkeiten werden jedoch erst aktiv, wenn die Skillpoints der gesamten Ausrüstung zusammen einen Wert von mindestens 10 ergeben. Deshalb ist es auch sinnvoll, komplette Rüstsets vom gleichen Monster zu sammeln. Jedes Teil dieser Sets hat nämlich Punkte für die gleiche Skill und zusammen aktivieren alle Sets mindestens eine Fähigkeit.

Die komplette Rüstung von Yian Garuga aktiviert zum Beispiel die extrem nützliche Skill Earplugs. Diese macht den Jäger unempfindlich für das Gebrüll vieler Monster. Das ist praktisch, weil man so Zeit für zusätzliche Attacken oder zum Heilen hat, während das Biest quasi wehrlos ist.

Dekorationen und Talismane

Viele Skills lassen sich aber sogar noch verstärken: Manche Rüstungsteile haben Slots für Dekorationen. Beim Schmied könnt ihr Edelsteine und Monsterteile zu Juwelen schmieden, die weitere Skillpunkte hinzufügen. Ein ausgerüsteter Talisman bringt einen weiteren Bonus und manchmal sogar schon eine vollständige zusätzliche Fähigkeit.

Gelingt es, die Punkte der Skill Earplugs auf 15 zu erhöhen, wird sie zu High Grade Earplugs. Damit ist der Jäger unempfindlich gegenüber allen Monsterschreien.

Alternativ kann man versuchen, noch mehr Skills über das geschickte Kombinieren von verschiedenen Rüstungsteilen, Talismanen und Dekorationen freizuschalten. Das grenzt dann bald an Mathematik.


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Waffen

Ich spiele schon seit geraumer Zeit Swordmaster und weiß nicht viel über Schusswaffen. Deshalb beschränke ich mich hier zunächst auf Nahkampfwaffen. Gut möglich, dass irgendwann noch ein Text für Gunner folgt.

Waffenparameter

Selbstverständlich ist ein hoher Angriffswert auf jeder Jagd von Vorteil. Daher lohnt es sich, die eigenen Waffen beständig zu verbessern. Aber Waffen haben noch andere Parameter, die man nicht vernachlässigen sollte. Zunächst einmal haben viele Waffen Elementschaden. Das heißt zum normalen physischen Schaden kommt noch ein elementarer. Hat das Monster dagegen womöglich noch eine Schwäche, ist die Waffe extrem effektiv.

  • Bei Gegnern auf höheren Leveln entscheidet ein Elementvorteil oft über Sieg und Niederlage.
  • Es ist sinnvoll, sich von Anfang an eine umfangreiche Bibliothek verschiedenster Waffen aufzubauen.

Ein weiterer Wert ist die Affinity.

  • Ein hoher Affinity-Wert steht für eine hohe Wahrscheinlichkeit, kritische Treffer zu landen.
  • Kritische Treffer verursachen mehr Schaden.
  • Man kann manchmal den Angriff eines Monsters abbrechen
  • Mit etwas Glück wirft man es sogar um.

Dann gibt es noch die Schärfe. Sie wird über eine Leiste mit verschiedenen Farben angezeigt.

  • Je höher die Schärfe, desto leichter lassen sich Panzer durchdringen und Extremitäten abtrennen.
  • Ist der Wert zu niedrig, prallt die Waffe am Gegner ab und richtet weniger Schaden an.
  • Im Kampf nimmt sie wie bereits erwähnt mit der Zeit ab und die Waffe muss regelmäßig nachgeschliffen werden.

Waffenentwicklung

Eine neue Rüstung zu schmieden bedeutet viel Aufwand. Für die insgesamt fünf Rüstungsteile sind sehr viele Materialien und Geld nötig. Eine Waffe zu schmieden ist dagegen relativ Kosten- und Ressourcensparend und in seltenen Fällen sogar nach dem ersten Sieg gegen ein neues Monster möglich. Um auf die Stärken und Schwächen jedes Gegners schlagkräftige Antworten parat zu haben macht es Sinn, viele verschiedene Waffen zu schmieden. Sogar dann, wenn sie zunächst schwächere Werte haben.

Denn genau wie Rüstungen können auch Waffen beim Schmied verstärkt werden. Mehr noch: Man kann sie sogar zu völlig anderen Modellen machen. Gerade Basiswaffen aus Eisen oder Stein bieten nicht nur die Möglichkeit zum aufleveln: Ab einem bestimmten Level lassen Sie sich durch entsprechende Materialien umschmieden. So wird ein Element-neutrales Eisenschwert zu einem mächtigen Feuer- oder Eisschwert.

  • Da sich gerade die Basiswaffen in unterschiedlichste Richtungen entwickeln lassen empfehle ich, immer wieder Basiswaffen nachzuschmieden, wenn man sie einmal verändert hat.
  • Für seltene Waffen braucht man so immer noch weniger seltene Ressourcen, als wenn man die entsprechenden Objekte von Grund auf neu anfertigt.
  • Manche Waffen lassen sich ausschließlich über Weiterentwicklung herstellen.

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Was ist neu

Doch kommen wir zum fünften Teil der Reihe. Was unterscheidet Monster Hunter Generations von den übrigen Serienteilen?

Zunächst ist da das neue Dorf Bherna, in dem Euer Jäger seine Karriere startet. Es erinnert mit hohen Bergen und satten grünen Wiesen an Südamerika. Direkt an das Dorf grenzt auch der Multiplayer-Hub, über den der lokale und der Online Mehrspielermodus erreichbar ist.

Neben den üblichen Einrichtungen wie Schmied, Händler, Bistro und eigener Hütte gibt es die Palico Ranch. Hier kann man die nützlichen Katzen anwerben, trainieren und auf Itemsuche schicken. Außerdem wartet Neko auf der Ranch. Dieser stammt ursprünglich aus Monster Hunter 3 Ultimate, wo er den Wechsel zwischen Solo- und Multiplayer-Spiel verwaltet hat. In Generations lässt er Euch verschiedene Pflanzen, Pilze, Insekten und Fische erstehen. Ihr gebt ihm einen Auftrag über einen bestimmten Zeitraum und erhaltet dann bis  zu dessen Ablauf nach jeder Quest eine bestimmte Anzahl des angefragten Items. Das ist das gleiche System wie schon beim Wycoon in Monster Hunter 4. Das erspart Euch das mühsame Farmen von Standarditems.

Das alles ist nahezu identisch zu den Vorgängern. Neben Bherna bereist Euer Jäger noch drei weitere Dörfer aus den Vorgängern. Aus Monster Hunter und Monster Hunter Freedom stammt das Dorf Kokoto. Monster Hunter Freedom 2 steuert das verschneite Bergdorf Pokke und das Japan-exklusive Monster Hunter portable 3rd das japanisch anmutende Yakumo bei. Zwischen diesen Orten bewegt Ihr Euch komfortabel über den Touchscreen (leider mit reichlich Ladezeit).

Analog zu den klassischen Dörfern warten auch zahllose klassische Level und Monster. Neu ist bis jetzt lediglich das Jagdgebiet Jurassic Frontier (Mein aktueller Spielfortschritt im Solospiel: 4 Sterne Quests). Das sieht wie immer unverschämt gut aus, ich hoffe aber inständig, dass zumindest noch ein weiteres neues Level enthalten ist.

Wie immer trifft der Jäger relativ früh auf das sogenannte Flagship-Monster, das Aushängeschild des aktuellen Serienteils. Meistens begegnet man diesen beeindruckenden Biestern unvorbereitet und gnadenlos unterlegen, aber das ist auch Sinn der Sache: So wird ein übermächtiger Gegner etabliert, auf dessen Überwindung man von da an hinarbeitet. In Generations gibt es erstmals ganze vier davon: Astalos ist ein Flugdrache mit Blitz-basierten Attacken und Gammoth ein Mammut, das mit dem Eis-Element angreift. Der schlangenhafte Mizutsune attackiert mit Seifenblasen und Glavenus erinnert ein wenig an einen T-Rex. Er hat einen messerscharfen Schwanz und verursacht Explosionen.

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Hunting Styles und Arts

Ebenfalls neu sind die vier verschiedenen Jagdstile: Guild, Striker, Aerial und Adept. Der Guild-Style spielt sich genau wie die Vorgänger: Alle Waffen haben die gleichen Movesets wie immer. Neu ist, dass man zusätzlich zwei Hunter-Arts wählen kann. Diese Arts bestehen aus individuellen Combos und Spezialattacken für jeden Waffentyp und diversen anderen praktischen Aktionen, die ihr nach und nach durch das Abschließen von Quests erlernt. Um sie auszuführen ladet ihr einen entsprechenden Balken durch erfolgreiche Angriffe.

Im Strikerstyle könnt ihr bis zu drei Hunter Arts ausrüsten. Eure Leiste lädt sich nicht nur durch Angriffe, sondern auch durch erlittenen Schaden auf. Leider schränkt dieser Stil das Standard- Moverepertoire aller Waffen etwas ein.

Ich persönlich spiele derzeit im Aerial-style: Hier verwandelt sich die klassische Ausweichrolle nach vorne in einen Salto. Landet ihr damit auf einem Monster, Mitstreiter oder Items wie z.B. Fassbomben, katapultiert sich der Jäger hoch in die Luft und hat jederzeit die Chance auf einen Ritt auf einem Monster. Das erleichtert das gezielte Zerstören von Körperteilen und damit das Farmen von seltenen Ressourcen erheblich. Außerdem lässt sich eine Hunter Art ausrüsten. Auch hier sind nicht alle Standardmoves der Waffe verfügbar.

Der Adept-style setzt schließlich auf Blocks und Konter. Weicht Attacken in letzter Sekunde aus und aktiviert Buffs und mächtige Gegenschläge. Ihr könnt eine Hunter Art ausrüsten, verliert jedoch auch Standardmoves.

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Palicos

Allein sind die meisten Monster ziemlich schwer zu bezwingen. Für empfindliche Treffer benötigt man Kameraden, die die Aufmerksamkeit der Biester auf sich ziehen. Im Solospiel übernehmen diese Aufgabe wie bereits erwähnt die Palicos. Das sind sprechende Katzen, die sich individuell mit Waffen und Rüstungen bestückt mit dem Jäger ins Gefecht stürzen. In Generations habt ihr die bisher größten Freiheiten in der Entwicklung dieser Helfer. Bei der sogenannten Meowstress auf der Palico Farm lassen sich Palicos unterschiedlichster Klassen (Heilung, Kampf, Charisma etc) anwerben. Je nach Klasse erlernen diese beim Levelaufstieg verschiedene Fähigkeiten, mit denen ihr sie ausrüsten könnt. Aber auch klassenfremde Fähigkeiten können, einmal freigeschaltet, von anderen Palicos erlernt werden.

Erstmals in der Seriengeschichte kann man diese Katzen auch selbst steuern. Im Gegensatz zu den Jägern haben sie keine Ausdauerleiste und können auch ohne Schmetterlingsnetze oder Pickel Insekten und Erze sammeln. Außerdem stecken sie unglaublich viele Treffer ein. Dafür bleibt ihnen der Einsatz von Items verwehrt und sie sind deutlich schwächer als die Jäger. Auch ihre simplen Attacken qualifizieren sie eher als Support für den Multiplayer -Modus.

Daneben haben sie eigene Quests, die man durchaus spielen sollte, da dadurch mehr Items bei Neko erstanden werden können.


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Wie gut ist das neue Monster Hunter?

Die Hunting Styles und Arts bringen viel Abwechslung ins Spiel und bieten zahlreiche neue Finessen. Gleichzeitig machen sie den Jäger fast ein wenig zu mächtig. Noch nie war es so einfach, gezielt verwundbare Stellen an Monstern anzugehen, wie im Aerial-style. Die Kämpfe bleiben spannend und fordernd, aber die unglaubliche Befriedigung, einem wendigen Gegner nach unzähligen Versuchen endlich den Schwanz abzuschlagen hat etwas abgenommen.

Auch ohne die neuen Fähigkeiten erscheinen mir die Biester etwas leichter als in den Vorgängern. Außerdem habe ich das Gefühl, wesentlich mehr Loot nach jeder Quest zu erhalten, was ich jedoch durchaus positiv finde.

Die Palicos unterstützen mich im Kampf wesentlich effektiver als bisher und die Möglichkeiten zur Individualisierung sind reichhaltig. Im Solospiel sind die Palico-exklusiven Prowler-Quests eine willkommene Abwechslung und spielen sich durch die einfachere Handhabung kurzweilig und stressfrei. Für Anfänger sind die Katzen sicher auch ein guter Einstieg in den Multiplayer, ich bleibe wegen der zahlreicheren Möglichkeiten jedoch lieber beim Jäger.

Die neuen Flagship-Monster sehen toll aus und bieten spannende Gefechte. So raffiniert und unverwechselbar wie vergangene Flagships (z.B. Brachydios, Lagiacrus, Zinogre) finde ich aber keines von ihnen. Bisher habe ich sie nur auf Low-Rank besiegt. Es kann durchaus sein, dass sie im High-Rank interessanter werden.

Was mich wirklich stört, ist das massive Monster- und Jagdgebiet-Recycling. Schon in älteren Teilen wurden alte Bestien wiederverwendet, aber es gab meist eine längere Pause seit ihrem letzten Einsatz. Außerdem wurden sie immer aufwändig überarbeitet. Diesmal habe ich jedoch einen riesigen Teil der aktuellen Monsterschar erst letztes Jahr in Teil 4 erlegt. Und bis jetzt sehe ich weder optisch noch taktisch nennenswerte Veränderungen. Auch alle alten Jagdgebiete kenne ich auswendig. Das ist etwas zu viel Recycling für mich. Mehr Neues wäre schön gewesen.

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Die alten Dörfer sind leider in erster Linie lästig. Nach jedem Schlüsselmoment in der Story signalisieren mir Sprechblasen auf der Übersichtskarte, dass in jedem Dorf irgendwer mit mir sprechen möchte. Nun muss ich mich minutenlang von einem Ort zum anderen klicken, was stets längere Ladezeiten mit sich bringt, nur um ein paar neue Aufträge freizuschalten. Leider bietet auch kein Dorf etwas wirklich Eigenes. Die Einrichtungen und das Angebot sind überall gleich.

Insgesamt wird Monster Hunter seit den Anfängen zwar stets erweitert, aber eigentlich nie verändert. Mir ist bewusst, dass man so etwas sehr behutsam tun muss, um keine alten Fans zu verschrecken, aber bei so viel Recycling wäre doch zumindest eine einschneidende Gameplay-Veränderung schön gewesen.

Auch die Story und die Präsentation sind ein echter Rückschritt von Teil 4. Wo sind die ausladenden Renderfilme, wo die unterhaltsame Geschichte? Und warum werden die Monster so lieblos eingeführt? In Monster Hunter 4 war jeder neue Gegner ein Fest, daß mit einem toll inszenierten Filmchen in Spielgrafik gefeiert wurde. In Generations sehen wir einen Standardmove und eine Namenseinblendung.

Machen wir uns nichts vor: Der Vorgänger war in nahezu jeder Hinsicht besser. Allerdings bin ich der Reihe derart verfallen, dass ich trotz all der Kritik schon wider um die 50 Stunden auf dem Zähler habe und jeden Tag aufs Neue begeistert auf die Jagd gehe. Das Grundkonzept ist zwar uralt, aber es funktioniert eben auch so unverschämt gut.

Mein Fazit: Wer noch nie ein Monster Hunter gespielt hat, der sollte mit dem Vorgänger beginnen. Hier bekommt er eine verständliche Einführung, eine kurzweilige Geschichte und eine Top-Präsentation. Wer wie ich schon länger Fan ist, darf bedenkenlos zu Generations greifen. Das Spiel ist zwar sehr innovationsarm, wird aber trotzdem jeden Jagd-Fan wieder für unzählige Stunden im dreistelligen Bereich an den 3DS fesseln.

4 thoughts on “Monster Hunter Generations

  1. Sehr schicke Seite =)..noch klein an Artikel aber ich freu mich auf mehr ^^

    Vorallem muss ich mal das Design loben..es ist perfekt harmonisch.

    Ich zock selber seit der 3 Monster Hunter und bin begeistert…ich stecke kaum in ein Spiel so viel Zeit wie in dieses XD

    1. Stimmt, mein Artikeloutput ist leider noch immer überschaubar…

      Das Design ist echt klasse, aber leider nicht von mir, sondern ein WordPress-Template von Rohit Tripathi.

      Was Monster Hunter angeht: Es ist schon schlimm, was für ein massiver Zeitfresser das jedes mal ist…

        1. Ich kenn mich da auch kaum aus, aber WordPress ist einfach eine Art Grundgerüst, auf dem jeder ziemlich komfortabel und kostenlos seinen eigenen Blog bauen kann. Mit vorgefertigten Themes (Es heißt gar nicht Template – mein Fehler) kann man anschließend das Design bestimmen. Und mein Theme hat irgendjemand namens Rohit Tripathi gestaltet.

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